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Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt verabschiedet
Schutzkonzept zu Prävention sexualisierter Gewalt in Kraft getreten – Jahr der Umsetzung beginnt
Zum 22. April 2026 verabschiedete der Kirchenvorstand unserer Pfarrei ein umfassendes Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt. Dies ging jetzt zur Prüfung der kirchlichen Fachstelle für den Umgang mit sexualisierter Gewalt zu.
Warum ein Schutzkonzept?
Die Kirchen in Deutschland – evangelisch wie katholisch – stehen vor der Aufgabe, sexualisierte Gewalt konsequent aufzuarbeiten und ihr aktiv vorzubeugen. Bundesweite und bayernweite Regelungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) verpflichten alle Kirchengemeinden dazu, ein eigenes Schutzkonzept zu entwickeln und umzusetzen.
Die Ziele sind klar formuliert:
• Vulnerable Gruppen schützen: Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und Personen in belastenden Lebenssituationen benötigen besonderen Schutz.
• Blinde Flecken erkennen: Strukturen, Traditionen oder Gewohnheiten, die unbeabsichtigt Risiken bergen, sollen identifiziert und verändert werden.
• Aufarbeitung ernst nehmen: Gemeinden sollen Verantwortung übernehmen und Aufklärung voranbringen.
• Handlungswege schaffen: Für Verdachtsfälle und Meldungen braucht es Transparenz, Klarheit und verbindliche Abläufe.
Die zentrale website der ELKB zu dem Thema findet sich online unter:
https://aktiv-gegen-missbrauch-elkb.de
Wie war der Weg bis jetzt?
Von Anfang an war klar, dass ein gemeinsames Konzept für die Gemeinden der Pfarrei sinnvoll ist. So haben wir gemeinsam seit Juni 2024 daran gearbeitet:
Die Arbeitsgruppe aus Haupt- und Ehrenamtlichen
• sichtete die offiziellen Vorgaben der ELKB,
• sammelte vorhandene Präventionsmaßnahmen,
• prüfte Risiken in den Räumen, Gruppen und Abläufen,
• formulierte einen gemeinsamen Konzepttext
Die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg stärkt Vernetzung und Qualität und gewährleistet ein einheitliches Vorgehen in unserer Pfarrei.
Was bedeutet das nun für mich als Gemeindemitglied?
Für alle, die in unserer Gemeinde haupt- oder ehrenamtlich mit Menschen arbeiten, gilt künftig verpflichtend:
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Basisschulung Prävention 3 stündiges Seminar zu Grundlagen der Prävention in Kirchengemeinden (gilt 5 Jahre, auch online möglich)
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Verpflichtung auf den Verhaltenskodex der Pfarrei Der Kodex benennt klare Grenzen und hat sowohl Zielgruppen als auch die Mitarbeitenden selbst im Blick.
Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet oder auch besondere Verantwortung in Einzelkontakten übernimmt (etwa im Besuchsdienst), muss außerdem
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Einsicht in das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis gewähren. Die Erstellung des Führungszeugnisses ist mit einem Schreiben der Kirchengemeinde kostenlos (gilt 5 Jahre)
Für die Gemeinden insgesamt bedeutet das:
Mehr Aufmerksamkeit, mehr Bewusstsein und ein klareres Miteinander. Ein „Sicherer Raum“ entsteht nicht durch Misstrauen, sondern durch eine offen gelebte Haltung von Respekt, Transparenz und Verantwortung.
Mehr Aufwand – aber für ein wichtiges Ziel Wir sind uns bewusst: Die neuen Vorgaben führen zu mehr Bürokratie, zu zusätzlichem organisatorischem Aufwand und manchmal auch zu Ungeduld – gerade im Ehrenamt, das auf Freiwilligkeit setzt und in der Freizeit stattfindet. Und natürlich muss das, was auf dem Papier steht, von uns allen bedacht, besprochen, mit Leben gefüllt und umgesetzt werden.
Doch der Grund dafür ist ein guter:
Es geht um den Schutz von Menschen, um Würde, Sicherheit und Vertrauen. Klar formuliert und strukturell verankert.
Prävention funktioniert nur, wenn sie in der ganzen Breite getragen wird: in der Gemeinde, im Kirchenvorstand, im Hauptamt, im Ehrenamt.
Je besser wir miteinander kommunizieren, je bewusster wir uns unserer Verantwortung sind, desto effektiver können wir verhindern, was niemand von uns erleben möchte. Gerade zum Beginn der Umsetzung unseres Konzeptes braucht es achtsame und geduldige Gespräche miteinander. Alle Beteiligten brauchen Zeit, um sich an den neuen Standard zu gewöhnen.
Wir laden Sie herzlich ein, das Schutzkonzept zu lesen und mit uns im Gespräch zu bleiben.